Kirchen und Klöster


Rumänien ist reich an prunkvollen Kirchen und geschichtsträchtigen alten Klöstern. Diese sind jedoch nicht nur zur Zierde da, sondern werden reichlich von Jung und Alt besucht. Der rumänisch-orthodoxe Glaube ist bei 80% der Rumänen fester Bestandteil ihres Lebens.

 

An Sonntagen pilgern ganze Familien zu bekannten Klosteranlagen und verbinden es mit einem Ausflug und Restaurantbesuch auf dem Land.

Das Klosterleben ist auch heute noch so lebendig wie vor Hunderten von Jahren.

 

Auf dieser Seite zeige ich Ihnen die bedeutendsten, die schönsten und die bekanntesten

Klosteranlagen Rumäniens:

  • Curtea de Arges - Muntenia (Große Walachei)
  • Cozia - Oltenia (Kleine Walachei)
  • Sinaia - Muntenia (Große Walachei)
  • Horezu - Oltenia (Kleine Walachei)
  • Sambata des Sus - Transilvania (Siebenbürgen)
  • Moldauklöster: Moldovita, Sucevita und Voronet (Bucovina)

Kathedrale von Curtea de Arges

Kathedrale Curtea de Arges

Die Kathedrale in Curtea de Arges zählt zu den bedeutendsten Baudenkmälern der Walachei. Erbaut wurde sie Anfang des 16. Jahrhundert im byzantinischen Stil mit vielen Zierelementen.

 

Dreimal habe ich sie bisher besucht und jedes mal fasziniert davorgestanden, um die filigranen Fassadenverzierungen mit ihren verschlungenen Mustern genauer zu betrachten.

 

Um die Kathedrale rankt die tragische Legende des Meisters Manole, der seine Frau lebendig hat einmauern lassen, damit der fast fertige Bau nicht anderntags wieder in sich zusammenstürze.

 

In Inneren befinden sich die Schreine der rumänischen Königsfamilien.

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Über die Kathedrale von Curtea de Arges habe ich in meinem Reisebericht Wundertüte Rumänien etwas ausführlicher geschrieben. Dort können Sie auf Seite 24 die Legende um den Baumeister Manole in ganzer Länge nachlesen.

 

Kloster Cozia

Kloster Cozia in Oltenia (Kleine Walachei)

Das Kloster Cozia ist eines der ältesten Baudenkmäler der Walachei. Unverwechselbar sind die im Wechsel angeordneten Friese aus roten Ziegeln und hellem Bruchstein.

 

Das Kloster wurde von Vlad Tepes' Großvater Mircea cel Batran im Jahre 1387 gegründet und

im Laufe der Jahrhunderte mehrfach restauriert; zuletzt von Constantin Brancoveanu, dessen Baustil auch diese Klosterkirche unverkennbar geprägt hat. Über den brancovenesken Baustil habe ich anschaulich im Rumänienadventskalender 2014 berichtet.

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Closter Cozia liegt idyllisch - und stratetisch günstig - direkt am Ufer des Olt und wird flussabgewandt von den bewaldeten Hügeln der Karpaten umfangen.

 

Kloster Sinaia

Rumänisch-orthodoxe Kirche im ersten Hof des Klosters Sinaia

Inmitten der Südkarpaten, im mondänen Gebirgsstädtchen Sinaia, liegt das gleichnamige Kloster. Es wurde im 17. Jahrhundert vom walachischen Fürsten Mihai Cantacuzino gegründet, nachdem dieser von einer Pilgerreise im Heiligen Land (Berg Sinai) zurückgekehrt war.

 

An der kleinen Klosterkirche im zweiten Hof sowie an der prächtigen orthodoxen Kirche im ersten Hof (siehe oben)  kann man die Baukunst des Fürsten Brancoveanu besonders gut studieren. Fensterumrandungen und die den Vorbau der Kirchen stützenden Säulen weisen die typischen Merkmale auf. Auf beiden meiner Besuche stand die Kamera keinen Augenblick still. Der brancoveneske Baustil begegnet einem immer wieder in Rumänien, vor allem aber in der gorßen und kleinen Walachei.

Die 3-kuppelige Kirche wurde viel später, im 19. Jahrhundert, erbaut. Stifter war König Carol I. Er ist in der Stifterszene im Inneren der Kirche riesengroß mit seiner Gattin Elisabeth zu Wied abgebildet. Das erste Königspaar Rumäniens spielt auch in der Nicolae-Saga immer wieder eine Rolle. Und natürlich kommt auch Fürst Brancoveanu (17./18. Jh.) als Gründer des rumänischen Baustils zu Ehren.

 

Kloster Horezu

Kloster Horezu - Oltenia (Kleine Walachei)

Das Kloster Horezu gilt als eines der schönsten Klosteranlagen Rumäniens, und das zu Recht. Es liegt idyllisch eingebettet zwischen den waldigen Ausläufern der Südkarpaten und weitflächigen Wiesen und Weiden. Ein Juwel an brancovenesker Baukunst, die an Ästhetik kaum zu überbieten ist.

Fürst Constantin Brancoveanu, Gründer der rumänischen Architektur, höchstselbst hat hier in Oltenia (Kleine Walachei) einen Meilenstein rumänischer Baukunst gesetzt.

 

Für den Besuch dieses Klosters haben wir uns viel Zeit genommen. Es sind die vielen typischen Details, die mich in Verzücken setzten. Loggien, Säulen, Balustraden - alles ist von wundervollen Steinmetzarbeiten verziert, deren Motive der Natur abgeschaut sind.

Da ich mich so sehr für den Brancoveanu-Stil begeistere - eine Mischung aus venezianischen und byzantinischen Stilelementen - habe ich diesem Fürsten und seiner Baukunst bereits mehrere Zeilen gewidmet, sowohl in meinen Reiseberichten als auch in meinen Beiträgen zum virtuellen Rumänienadventskalender.

Auch in der Nicolae-Saga erzähle ich - vor allem in Band 5 "Unter dem Schwert" - vom Wirken dieses kunstverständigen und die Wissenschaften fördernden Fürsten aus dem 17./18. Jahrhundert. Sein tragisches Ende lasse ich dabei nicht unerwähnt. Es steht stellvertretend für das einstige Los Rumäniens unter der Knechtschaft des Osmanischen Reiches.

 

Sambata de Sus

Brancoveanu-Kloster in Sambata de Sus - Transsilvanien/Siebenbürgen

Auch dieses Kloster ist ein Juwel brancovenesker Baukunst. Es liegt am Fuße des Fagaras-Gebirges auf transsilvanischer Seite! Wie es dazu kam, dass ein rumänisch-orthodoxes Kloster auf siebenbürgischem Boden, der unter Habsburger Herrschaft stand, gegründet wurde, können Sie in meinem Bericht Die Brancoveanu-Klöstern Horezu und Sambata des Sus nachlesen. Es ist eine der vielen Tragödien, von denen dieses Land so viele erzählen kann.

Ausschnitt des Wandgemäldes im Kloster Sambata de Sus - Transsilvanien/Siebenbürgen

Die wechselhafte Geschichte des Klosters mündete in dessen Verfall und schließlich 1926 in seiner Restaurierung. Im Zuge der beiden Weltkriege kam diese jedoch wieder zum Erliegen. Erst 1965 wurden unter Ceausescu, der das Nationalerbe vorantreiben wollte, die Arbeiten wieder aufgenommen und 1993 endgültig abgeschlossen.

 

Alles an diesem Kloster ist zu Ehren des Fürsten Brancoveanu in dessen unverkennbarem Baustil gestaltet. Und so wird auf einem riesigen Wandgemälde auch seine schicksalhafte Geschichte dargestellt. Der oben abgebildete Ausschnitt lässt erahnen, welches Ende es mit ihm nahm. Mehr dazu ebenfalls in meinem Bericht Die Brancoveanu-Klöstern Horezu und Sambata des Sus.

 

Die berühmten Moldauklöster

Klosterkirche Moldovita (Kreis Suceava)

Als ich das erste Mal die Moldau-Klöster besuchte, war ich von der bunten Bilderflut wie erschlagen. Erst beim zweiten Mal - und mit Kenntnis ihrer Bedeutung - übermittelte sich mir die einzigartige Atmosphäre dieser heiligen Orte.

 

Das Besondere an den im 15. und 16. Jahrhundert erbauten Moldau-Klöstern - allen voran Moldovita, Sucevita und Voronet - sind ihre bemalten Außenwände. Auf ihnen ist in bestimmten Bilderabfolgen die biblische Geschichte dargestellt, vermutlich damit auch das einfache Volk den damals in Kirchenslawisch abgehaltenen Gottesdiensten folgen konnte.

 

Was Kunstverständige und Wissenschaftler immer wieder erstaunt, ist die Strahlkraft der Farben, die die vielen Jahrhunderte überstanden haben. Man vermutet, dass die besondere Form der Dächer dazu beigetragen haben könnte, die Farben vor Verwitterung zu schützen. Auch die Zusammensetzung der Farben könnten dabei eine Rolle spielen. Doch hat man dieses Rätsel bis heute nicht gelöst.

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Die Motive unterliegen einem bestimmten stets wiederkehrenden Muster. So finden sich an bei allen Klöstern die 7 Register, bestehend aus :

  • Cherubine/Serafine
  • Erzengel
  • Propheten
  • Apostel
  • Bischöfe
  • Märtyrer
  • und Mönche.

Die bekanntesten Ikonen - nicht Fresken (!) wie uns eine Nonne im Kloster Moldovita erklärte - sind die Himmelsleiter, auch Tugendleiter genannt, das jüngste Gericht mit Feuerbach, die Wurzel Jesse und die Belagerung Konstantinopels.

 

Unnötig zu erwähnen, dass die Klöster von innen in noch leuchtenderen Farben erstrahlen.

Jedes der 3 Klöster hat seine vorherrschenden Farben:

  • Moldovita erstrahlt in einem goldenen Rot,
  • Sucevita in einem metallischen Grün
  • und in Voronet überwiegt ein leuchtendes Blau.

Auch Nicolaes Mutter - die der Kunst sehr zugetan ist und selbst malt - hat die Moldauklöster besucht und schwärmt, wieder daheim, von der Leuchtkraft der Farben. Das berühmte Voronet-Blau wird später noch eine bedeutsame Rolle spielen. Denn wie kommt es auf ein Wandgemälde in der erst kürzlich entdeckten Krypta von St. Mary's, die in der englischen Grafschaft Kent steht?

Die Lösung finden Sie in Band 1 der Nicolae-Saga Zwischen den Welten.

 

Alle drei hier erwähnten Moldau-Klöster gehören zum UNESCO-Welterbe.